Alexander Gerst „Kommandant der Mission Horizons“

Die Lizenz zu besitzen um ein Raumschiff fliegen zu dürfen, hört sich schon recht nett an. In 18 Tagen ist es soweit. Unser Alex fliegt am 06. Juni das zweite Mal mit einer russischen Sojus-Rakete für 6 Monate zur ISS. Und weil er sich während der Blue Dot Mission auf der Raumstation ISS so gut benommen hat, hat er nach langer Zusatzausbildung und intensivem Training, die Verantwortung und die Ehre als erster deutscher Kommandant der „Mission Horizons“ und Kommandant der Internationalen Raumstation seinen Dienst im Namen der Wissenschaft, als Teamleader zu absolvieren und zu erleben. Mit an Board ist der Russe Sergej Prokopjew als Pilot und die US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor. Alexander Gerst nimmt die Position des Copiloten ein. Für die US-Astronautin und Ärtztin ist es der erste Raumflug. Während seines Aufenthalts auf der ISS wird Alexander verschiedene Experimente durchführen. Am 2. April diesen Jahres ist eine Dragon Kapsel mit einer Falcon 9 Rakete der Firma SpaceX von Cape Canavaral schon mal voraus geflogen, welche die Experimente zur ISS transportierte. Einige der Experimente möchte ich euch hier in diesem Blog vorstellen:

Sojus Raumschiff

 

Experiment Myotones

Mit dem Experiment Myotones wird die Ermüdung und die biomechanischen Eigenschaften des ruhenden menschlichen Muskels in der Schwerelosigkeit untersucht. Astronauten trainieren im All täglich bis zu 1,5 Std. um einen Muskelschwund entgegenzuwirken. Wie effektiv dieses trainieren ist, lässt sich mit dem MyotonPRO, ein Gerät, dass es ähnlich schon auf der Erde gibt, messen und beurteilen. Das Gerät gibt einen kurzen Druckimpuls auf den Muskel ab, wonach man Messwerte auf die Elastizität, Steifigkeit und Eigenspannung des ruhenden Muskels bekommt. Ein ähnliches Gerät findet im medizinischen Bereich schon Anwendung, nur wurde dieses für die Schwerelosigkeit auf der ISS angepasst. Die Ergebnisse des Experiments werden nicht nur für die Raumfahrt genutzt, sondern sollen in Zukunft in die Rehabilitation nach Knochenbrüchen einfließen.

Alexander Gerst "Kommandant der Mission Horizons"
Alexander Gerst „Kommandant der Mission Horizons“

 

MetabolicSpaceKabelloser Gesundheits-Check

Das Experiment MetabolicSpace des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden beinhaltet ein am Körper getragenes Analysesystem für den Stoffwechsel. Bisher tragen Astronauten kabelgebundene Sensoren, die sie beim Training sehr behinderten. Das MetabolicSpace ist ein übergroßer Fitness-Tracker, der als Gurt mit seinen Sensoren um den Körper und sogar über der Kleidung getragen wird. Die Sensoren ermitteln dabei neben den Atemgasen auch die Atmungsfrequenz, den Herzschlag und die Körpertemperatur. MetabolicSpace wird benötigt um die Fitness und die Gesundheit der Astronauten zu überwachen. In Zukunft soll er auch im Bereich des Weltraumtourismus oder für die Diagnose von Patienten und Sportlern eingesetzt werden.

Alexander Gerst "Kommandant der Mission Horizons"
Alexander Gerst „Kommandant der Mission Horizons“

 

SPACETEX-2 Sport-Funktionskleidung

Eine speziell entwickelte Sportkleidung für das Training in der Schwerelosigkeit wurde schon auf der Blue Dot“ Mission getestet. Diese wurde noch mal verbessert und wird ein weiteres Mal unter Testbedingungen Verwendung finden. Da die Körpertemperatur beim Training in der Schwerelosigkeit schnell auf 39°C steigen kann, ist ein idealer Wärmeaustausch notwendig. Der Hightec-Stoff der SPACETEX-2-Kleidung soll dieses gewährleisten.

 

Die Zeitkapsel

Neben den Experimenten ist das ESA-DLR PR-Paket mit an Bord des Dragon-Frachters gewesen. Das Paket beinhaltet eine Zeitkapsel der Auszubildenden des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Die von den Azubis gefertigte Aluminiumkugel enthält Wünsche und Zukunftsvorstellungen von Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland. Die Schüler konnten ihre Vorschläge im Rahmen der Aktion Projekt_4D des Jugendportals „DLR_next“ und der Stiftung „Lesen beim DLR“ einreichen. Alexander Gerst wird die Zeitkapsel auf der ISS in Empfang nehmen und versiegeln. Wenn er im Dezember wieder zurück auf der Erde ist, wird er die Kapsel in Bonn, dem Haus der Geschichte übergeben. Dieses wird die Zeitkapsel aufbewahren bis sie 2068 wieder geöffnet wird.

Im Innern der Kugel befindet sich ein Datenträger der außerdem noch Slices of Life beinhaltet. Dabei handelt es sich um Fotos die von Social Media Nutzern des DLR zugesendet wurden und den Alltag der Menschen heute wieder spiegelt.

Alexander Gerst "Kommandant der Mission Horizons"
Alexander Gerst „Kommandant der Mission Horizons“

 

Es werden in der nächsten Zeit noch weitere Raumfrachter an der ISS mit Versorgungsgütern und weiteren Experimenten andocken. Abgesehen von der Zeitkapsel stellt man, beim Lesen dieses Artikels, schnell fest wie wichtig diese Experimente und die Forschung im All für uns Menschen hier, auf der Erde sind. Denn vieles, von dem was für uns Menschen im Leben selbstverständlich geworden ist und man sich nicht mehr weg denken möchte, hat seinen Ursprung, der Forschung im All, zu verdanken. Cerankochfelder, Flatscreens, GPS, Rauchmelder, Solarzellen oder Akkuschrauber waren alles Lösungen für Probleme bei Planungen der verschiedenen Weltraum-Missionen.

 

 

Wie sieht es auf der ISS aus?

Eine 360°-Tour durch die verschiedenen Module gefällig? Hier entlang:

https://pro-space.de/iss-vr-tour-und-iss-live-stream/

 

 

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