“Lost in Space„ auf Netflix

Eines Vorweg: Ich werde in diesem Artikel nicht zu viel verraten, denn vieles was ich selbst vorher gelesen habe nimmt einiges an Spannung vorweg. Das ist ein Grund warum ich auch keine Filmkritiken lese, und ich mir auch nur maximal einen Trailer zuvor anschaue. Ich werde viel mehr auf die Atmosphäre und das Design von “Lost in Space„ auf Netflix eingehen und ob sie aus meiner Sicht gelungen ist.

Mit Lost in Space bleibt sich Netflix nach der Verkündung, mehr auf Sci-Fi und Fantasie zu zielen, treu. Was mich nach den 10 Folgen der ersten Staffel auch erfreut hat, so viel vor ab.

Lost in Space und die Familie Robinson werden viele von uns noch als Familien-Sci-Fi-Film von 1998 kennen. Meiner Meinung nach war das kein schlechter Film und ich gucke ihn mit den Kindern heute noch sehr gerne. Das Netflix-Remake beruht auf die US-Comic-Heft-Reihe Space Family Robinson aus dem Jahr 1962 und indirekt auf dem Kinderbuch Der Schweizerische Robinson (Erstausgabe 1812) von Johann David Wyss aus den USA. 1965-1968 erschien in den USA mit großem Erfolg die TV-Serie zu der Heftreihe, die aber erst 1992 im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Im Jahr 2004 produzierte Fox Studios in Zusammenarbeit mit Synthesis einen Pilotfilm zu einer Neuauflage der Serie, der erstmals am 9. April 2004 auf The WB (USA) gesendet wurde, der Pilotfilm dazu hat es aber nicht zur Serie geschafft.

Zur Netflix-Auflage:

Was wohl Johann David Wyss dazu sagen würde, wenn man ihm 1812 gesagt hätte, dass seine Gutenachtgeschichte für seine Kinder in über 200 Jahren noch mal verfilmt wird und Millionen von Zuschauern sie auf der ganzen Welt in die Wohnzimmer streamen werden

30 Jahre in der Zukunft unserer Zeit, hat die Menschheit begonnen sich auf andere Planeten zu kolonisieren. Durch einen Kometeneinschlag hat die Erde und ihre Atmosphäre stark gelitten und es dringt kaum noch Sonnenlicht durch. Blaue Himmel gehören der Vergangenheit an und die Familie Robinson entscheidet sich zu einem Aufbruch mit dem Mutterschiff namens Resolute nach Alpha Centauri. Soviel zu dem ganz groben Handlungsstrang. Nichts Außergewöhnliches aber auch das Szenario eines Kometeneinschlags ist möglich und wird somit auch bei den Fans immer wieder gern gesehen.

Die Netflix-Auflage erstrahlt natürlich etwas zeitgemäßer als ihre Vorgänger. Die klassische Rollenverteilung der 60er ist abgelegt und somit hat Astrophysikerin und Mutter Maureen Robinson ganz klar die Hosen an. Damals war sie eher mit Essen machen und Wäsche waschen beschäftigt. Gut so für Frau Robinson, da sie in der Serie dadurch oft Gelegenheit bekommt, ihr astrophysikalisches Wissen anwenden zu können, was recht interessant ist. Die schauspielerische Leistung ist absolut in Ordnung, was aber auch den tollen Charakteren zu verschulden ist. Das Design ist klasse gelungen. Was mir besonders gefallen hat, waren die Absturzstellen der verschiedenen Raumschiffe, oder auch das Design des Mutterraumschiffs Resolute. Auch an den Effekten können sich Blockbuster messen. Absolut auf Kinoniveau. Auf dem Planeten finden sich die Protagonisten in verschiedenen Klimazonen wieder. Interessant geformten Bergspitzen in schneebedeckten und gletscherüberzogenen Bergketten, schroffe, an den Mars erinnernden Steinwüsten. Oder auch in grünen, auf Exoplaneten gestylten Wäldern mit dem ein oder anderen schön animierten Alien-Insekt. Sei es auch verziehen wenn besonders eine bestimmte exotische Pflanze im Tannenwald einem durchaus bekannt vorkommt…dass dieser Planet kein zweiter Mond, wie Pandora aus Avatar ist, sollte jedem klar sein. Aber für das, was man sich unter einer Family-Sci-Fi-Serie vorstellt, ist es deutlich mehr als man erwarten kann.

Was mir auch gefallen hat, sind die vielen aussichtslosen Situationen, von denen ich aber auch nicht zu viel verraten möchte. Für meinen Geschmack, gut gemacht. Was mir aber gar nicht gefallen hat, ist, dass die ganzen Folgen über die Rede von dem Zielplaneten Alpha Centauri ist. Vielen mag das nicht aufgefallen sein aber Zuschauer, die auch auf Details achten oder hören und ein wenig Kenntnis von Alpha Centauri haben, wissen genau, dass Alpha Centauri kein Planet ist, sondern ein 4,3 Lichtjahre entferntes Doppelsternen System im Sternbild des Zentauren. Alpha Centauri besteht aus dem helleren gelben Stern Alpha Centauri A und dem orangefarbenen Alpha Centauri B. Es ist auch nicht nur die Rede davon, dass nach Alpha Centauri geflogen wird, sondern es wird ganz klar der Planet Alpha Centauri genannt oder auch wenn wir AUF Alpha Centauri ankommen gesagt. Dieses gilt erstmal nur für die deutsche Fassung, da ich die U.S. Version nicht gesehen habe. Es mag nur ein Detail sein und viele wird es nicht kümmern, aber mich hat das gestört und deshalb erwähne ich es. Es wurde zwar 2012 der Exoplanet Alpha Centauri Bb im System Alpha Centauri entdeckt, aber gerade bei einer Kolonisierung würde man dem Planeten wohl nicht mit dem Namen des ganzen Systems benennen.

Wer sich also an wirklich kleinen Details nicht stört und mit der Familie ein Weltraumabenteuer mit tollem Design und guten Schauspielern auf dem Schirm wünscht, der ist mit der Neuauflage “Lost in Space„ Verschollen zwischen fremden Welten (deutscher Titel), bestens bedient. Ich jedenfalls, freue mich auf die zweite Staffel, die wohl von Netflix schon ins Auge genommen wurde.

 

 

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