Proxima Centauri b und „Pale Red Dot“ Alles um sonst?

Pale Red Dot war ein internationales Suchprogramm nach einem erdähnlichen Exoplaneten um unseren nächsten Nachbarstern Proxima Centauri. Der rote Zwergstern liegt nur 4,2 Lichtjahre entfernt und beflügelt die Fantasien der meisten Astronomen. Von Januar 2016 bis April 2016 dauerte die Suche, unter anderem mit dem HARPS-Spektrografen der ESO auf La Silla in Chile, an. Das HARPS misst die Taumelbewegung, die ein Stern macht, wenn ein Planet ihn umkreist. Die Kampagne wurde im März 2017, zusammen mit der Queen Mary University in London mit dem Universitätspreis des Guardian in der Kategorie breitenwirksame Forschung, gewürdigt. Man hatte einen Exoplaneten um Proxima Centauri entdeckt! Proxima Centauri b, wurde er getauft. Ein Gesteinsplanet mit der 1,3 fachen Masse der Erde, der auch noch in der habitablen Zone liegt. Bei einer Entfernung von gut 4 Lichtjahren ist die Aufregung unter den Enthusiasten und der Fachpresse natürlich groß. Die Kampagne Pale Red Dot wurde durch Facebook und Co. begleitet. Berichte wurden von Experten aus der ganzen Welt erweitert oder besprochen. Mit sehr hoher Wahrschlichkeit ist es der nächste Exoplanet von unserem Sonnensystem aus gesehen. Man geht davon aus, dass Wasser vorhanden sein soll, aber gesichert ist das noch nicht.

Credit: Cosmos Magazine

Was aber wohl gesichert ist, ist der enorme Strahlenausbruch, den der rote Zwergstern am 24. März 2017 abgesondert hat. Aufgrund der Nähe von Proxima Centauri b zu seinem Zentralgestirn, hat der Planet diese Strahlung voll abbekommen. Man konnte den Stern mit bloßem Auge am Nachthimmel erhellen sehen, wobei er normalerweise zu Lichtschwach ist, um ihn mit bloßen Auge erkennen zu können. Der Strahlenausstoß war bis zu 1000 mal heftiger als die Größten bekannten unserer Sonne und dass obwohl unsere Sonne sehr viel größer ist als Proxima Centauri. Röntgenstrahlenausbrüche sind bekannt für den Stern, aber so starke waren den Astronomen noch nicht unter gekommen. Und Proxima Centauri b ? Für potenzielles Leben auf dem Planeten wäre so eine Dosis absolut tödlich. Wenn es diese Strahlenausbrüche in der Vergangenheit öfters gegeben hat, wäre der Planet für uns schon längst unbewohnbar. Dieser Tatsache zu Folge braucht man schon viel Fantasie um Proxima Centauri b als eine Art Zwillingserde zu prophezeien.

Des weiteren befindet sich der Trabant in einer gebunden Rotation. Aufgrund der Nähe zu seinem Stern bremst die Schwerkraft seine Eigenrotation. Ähnlich wie der Mond unserer Erde, zeigt Proxima Centauri b seinem Stern immer dieselbe Seite. Es gibt also eine Seite wo ständige Finsternis herrscht und eine, wo eine rote Sonne ständig scheint und niemals untergeht. Auf der einen Seite vermutlich zu heiß und auf der anderen zu kalt, aber dazwischen wären annehmbare Lebensbedingungen möglich.

Man stellt fest, dass es noch eine Menge mehr braucht, wie nur einen Gesteinsplaneten und eine habitable Zone. Die Entfernung von 4,2 Lichtjahren zu diesem dennoch außerordentlich interessanten Sternensystem und die besondere Nähe von nur 0,2 Lichtjahren zu seinem Nachbar-Doppelsternensystem Alpha Centauri, was man zusammen mit Proxima Centauri auch ein Dreifachsternensystem nennet, beherbergt nämlich noch mehr Exoplaneten. Wie viele genau kann man noch nicht sicher sagen. Nur eines ist sicher, im Alpha Centauri System mit seinen 2 Sternen, Alpha Centauri a und b, wurde ebenfalls ein Exoplanet lokalisiert, Alpha Centauri Bb.

Eine Anreise mit einer heutigen Sonde würde im Moment zwar noch 30.000 Jahre dauern, aber Konzepte für deutlich schnellere Sonden, die ca. 20% der Lichtgeschwindigkeit aufbringen können werden mit Hilfe durch Mark Zuckerberg, CEO von Facebook und des russischen Milliardär Yuri Milner, momentan entwickelt. Nächstes Jahr sollen erste Test beginnen. Mitinitiator der Breakthrough Initiative war der Astrophysiker Steven Hawking. Es sollen kleine Nano-Sonden, genannt Breakthrough Starshots entwickelt werden, die durch Lichtdruck eines Lasers auf den Weg gebracht werden können. Die Energie dazu soll von einem Kraftwerk einen ganzen Tag gespeichert werden. Im All treffen die Photonen dieses Lichtstrahls auf ein Segel am hinteren Teil der Sonde, was zu der hohen Geschwindigkeit führen soll. Klingt nach Science fiction? Noch ist es das auch, aber Verträge mit der ESO-European Organisation for Astronomical Research in the Southern Hemisphere, für die Unterstützung dieses Projekts, sind unterschrieben.

Mehr zum Thema? Hier entlang: http://pro-space.de/exoplanet-ross-128-b-erreichbarer-erdzwilling/

 

 

 

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